Gemeinde Großauheim
Die frühere Kirchengemeinde Großauheim bildet mit ihren benachbarten früheren Evangelischen Kirchengemeinden Großkrotzenburg und Wolfgang den die neue Kirchengemeinde „Evangelische Kirche am Limes“. Unsere markantesten Gebäude sind in Großauheim die Gustav-Adolf-Kirche am Main, das Gemeindezentrum Waldsiedlung sowie das Kinder- und Jugendzentrum T-Haus in der Marienstraße.
Freundlich grüßt Ihr Pfarrteam!
Großauheim
Gustav-Adolf-Kirche
Geschichtlicher Überblick
Geschrieben von: Manfred Zach
Großauheim war bis zur zweiten Hälfte des XIX Jahrhunderts ein rein katholischer Ort. Erst mit Beginn der Industrialisierung (Errichtung des Ostbahnhofs – jetzt Hauptbahnhof Hanau – auf Großauheimer Gelände / Erbauung der Pulverfabrik im heutigen Wolfgang, 1874-75 / Bau der Eisenbahn Hanau – Aschaffenburg und der Marienhütte, 1899) kamen evangelische Christen nach Großauheim.
1871 lebten 73 evangelische Einwohner in Großauheim. Deren Zahl stieg stetig und rasch an und betrug 1895 = 419, 1909 = 1507, 1925 = 2.014 und 1955 = 3.744 evangelische Einwohner. Bei der Kirchenvorstandswahl im September 2013 lebten in Großauheim 2.854 evangelische Einwohner, davon waren 2.544 Personen wahlberechtigt. In Großkrotzenburg waren von 1.498 evangelischen Einwohnern 1.300 wahlberechtigt.
Die Gemeinde hat zwei Pfarrbezirke (Altstadt und Waldsiedlung). Die evangelischen Christen in Großauheim wurden mit den evangelischen Christen in Großkrotzenburg durch die Geistlichen der Johannisgemeinde Hanau betreut.
1893 Gründung einer einklassigen evangelischen Schule in Großauheim, Dank der Bemühungen des Pfarrers Lamm, Hanau.
1896 Die steigende Zahl evangelischen Christen führt zum Ankauf eines ehemaligen Fabrikgebäudes (Eisengießerei), das zum „Betsaal“ und Kindergarten hergerichtet wird (neben dem Pfarrhaus 1, später Domizil des 3.Welt Laden). Aus Spendengeldern werden ein Harmonium und eine kleine Glocke angeschafft; ein Gesangsverein und später ein Posaunenchor entstehen.
1897 Erwerb eines Kirchbaugeländes (die Mäuseäcker / heutiges Lindenaugelände) durch die Johanniskirchengemeinde
1898 Die Großauheimer evangelische Gemeinde wird zusammen mit Großkrotzenburg eine selbständige Kirchengemeinde, wird mit den Rechten einer Filialgemeinde ausgestattet und erhält ein Presbyterium (Kirchenvorstand).
1902 Gründung eines Kirchbauvereins
Das vorhandene Baugelände erscheint als nicht gut geeignet für einen Kirchbau und wird verkauft. Der Grund liegt in der Annahme, dass sich Großauheim weiter mainabwärts entwickeln würde. Aus dem Erlös wird der neue Bauplatz gekauft. Ausarbeitung eines Bauplans durch den Königlichen Kreisbauinspektor, Herrn Baurat Becker, Hanau
1909 19. September: Grundsteinlegung für die Evangelische Kirche
1910 Die Kirchengemeinde Großauheim erhält eine Hilfspfarrei. „Hilfspfarrer“ wird Pfarrer Oskar Fuchslocher. Erwerb eines Gebäudes, das zum Pfarrhaus eingerichtet wird.
1911 Einweihung der Kirche am 22. Januar 1911
Die Kirche erhielt 1956 den Namen „Gustav-Adolf-Kirche“, weil das Gustav-Adolf-Werk maßgeblich an der Finanzierung der Kirche beteiligt war. Das Geläut bestand aus drei Bronzeglocken in den Tönen f’–as’–c”
1914 Die Hilfspfarrei wird in eine ordentliche Pfarrei umgewandelt. Damit entfällt der Status einer Filialgemeinde, die Gemeinde wird eigenständig.
1916 Im Rahmen der Metallmobilmachung musste die Gemeinde zwei der drei Bronze-glocken abliefern. Sie behielt die mittlere Glocke (as’).
1922 Die Kirchengemeinde beschloss, das Geläut wieder zu ergänzen. Weil Bronze unerschwinglich war, verkaufte die Gemeinde die verbliebene Bronze – Glocke und ließ ein Geläut aus Graueisenguss in den Tönen es- g – b (tieferes Geläut) erstellen.
1945 Kirche und Pfarrhaus werden kurz vor Beendigung des 2. Weltkrieges durch amerikanischen Beschluss stark beschädigt.
1952 Evangelische Gemeinde kauft die ehemalige Synagoge in Großkrotzenburg und bildet sie bis 1974 zur evangelischen Kirche aus.
1953 Renovierung der Kirche. Dabei wurden die zum Main zeigenden Fenster zugemauert.
1956 01. April: Großkrotzenburg wird eigenständige Kirchengemeinde, verbleibt aber als Filialgemeinde bei Großauheim.
1965 Eine zweite Pfarrstelle wird eingerichtet mit Sitz in der Waldsiedlung
1967 Juni: Grundsteinlegung für das Gemeindezentrum in der Waldsiedlung (I. Bauabschnitt)
1968 10. September: Einweihung des Gemeindezentrums Waldsiedlung
1971 Gründung des Zweckverbandes Kirchenbezirk am Limes mit den Gemeinden Großauheim, Großkrotzenburg und Wolfgang. (Wolfgang tritt später aus dem Zweckverband aus und bleibt eigenständig.)
1973 August: Grundsteinlegung für den II. Bauabschnitt des Gemeindezentrum Waldsiedlung
1974 16. Juni: Einweihung des II. Bauabschnitts des Gemeindezentrums
1974 Bau des evangelischen Gemeindezentrums in Großkrotzenburg
1985 Die dritte Pfarrstelle wird eingerichtet mit Sitz bei der Filialgemeinde Großkrotzenburg
1985/86 Grundlegende Renovierung der Gustav-Adolf-Kirche.
2002 Die alten Graueisengussglocken werden durch neue Bronze-Glocken ersetzt. Kosten: 70.291,03 Euro (= 137.477,30 DM). Die Glocken werden durch Spenden finanziert.
2005 Der Zweckverband Am Limes wird in einen Gesamtverband umgewandelt. Die Gemeinde Wolfgang wird nach der Zurruhesetzung von Pfarrer Lengler von Pfarrer Liebermann mitbetreut, bleibt aber eine eigenständige Gemeinde.
2007 Mit den Restspendengeldern des Glockenkontos wird eine automatische Läuteeinrichtung für die Glocken und ein Uhrwerk für die Kirchturmuhren angeschafft.
2009 Im Gemeindezentrum Waldsiedlung werden behindertengerechte Toiletten und eine Rampe in den großen Saal eingebaut. Bei der Sanierung des Daches des Altbaues wird gleichzeitig eine Photovoltaikanlage installiert.
2010 Die Membranen der Orgel sind altesbedingt porös geworden und platzen. Wegen der bevorstehenden 100-Jahrfeier der Kirche beschließt der Kirchenvorstand die Komplettsanierung der Orgel. Die Arbeiten werden von der Orgelbaufirma Antonin Habertin, Straubing, ausgeführt. Die Kosten belaufen sich auf 14.600,00 Euro.
2011 22. Januar: Festgottesdienst anlässlich der 100-Jahrfeier der Kirche. Die Predigt hält Propst Bernd Böttner, Hanau. Bei diesem Gottesdienst wird auch die Chronik der Kirchengemeinde Großauheim vorgestellt.